Gottesdienste, spirituelle Impulse, Informationen, Austausch, Unterhaltung, der 104. Katholikentag in Würzburg hielt unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ unzählige Angebote bereit. 74.000 Menschen besuchten innerhalb von fünf Tagen 900 Veranstaltungen und die Stände auf der Kirchenmeile. Hier präsentierten sich 350 Organisationen von Bistümern über Gremien, bis hin zu Verbänden, Orden und Initiativen.

Trotz windigen und kühl-feuchten Wetterbedingungen war die Atmosphäre durchweg positiv. Dabei kamen auch kritische Stimmen zu Wort und intensivierten den Austausch über Glauben, Spiritualität, soziale Fragen, Geschlechtergerechtigkeit und die Rolle der Kirche im 21. Jahrhundert. Es brauche diese Ereignisse als Zeichen, dass man nicht allein unterwegs ist, so das Resümee des Würzburger Bischofs Franz Jung gegenüber einem Nachrichtenmedium. Die vielen Stände bildeten für ihn ein „großes Netzwerk der Hoffnung“.
Medienzentralen und Katholisches Filmwerk (kfw) mit medienkompetenz CONNECT präsentierten sich
Vor dem Würzburger Hauptbahnhof schufen medienzentralen.de, kfw und medienkompetenz CONNECT an ihrem Stand einen Ort der Begegnung, des Ausprobierens und des persönlichen Austauschs. Interessierte konnten sich über das umfangreiche Medienbildungsangebot der Kirche für Schule, Gemeinde und Erwachsenenbildung informieren. Lizenzrechtlich abgesicherte Filme und Materialien für die Bildungsarbeit, Fortbildungsangebote zur Medien- und KI-Kompetenz sowie ein spannendes Mitmachprogramm waren Anstoß für den Austausch.
Virtuell & interaktiv: Medienbildung zum Mitmachen
Das Publikum war eingeladen, Medien nicht nur zu konsumieren, sondern kreativ und reflektiert mit ihnen umzugehen. So zog am Donnerstag die Trickfilmbox zahlreiche Menschen an. In einem Stop-Motion-Pilger-Clip konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Playmobil-Figuren der Diözesanheiligen Kilian, Totnan und Koloman durch Würzburg pilgern. Szene für Szene entstand so ein Trickfilm zum Motto des Katholikentages.
Prompting, Bilderstellung & Co.: KI im Blickpunkt
Am Freitag drehte sich alles um Künstliche Intelligenz (KI). Unter dem Motto „Mein Lieblingsheiliger als KI-Chatbot“ entwarfen Besucher:innen ihren persönlichen Heiligen-Chatbot, führten Gespräche mit der KI und reflektierten anschließend die Ergebnisse. Die Aktion verband spielerisches Ausprobieren mit zentralen Fragen aktueller Medienbildung und Neugier und Humor mit kritischer Reflexion. Wie funktionieren Prompts? Welche Bilder von Religion erzeugt KI? Wo liegen Chancen, wo Grenzen? Und was bedeutet Authentizität, wenn eine Maschine im Namen eines Heiligen spricht?
Tipp: Wer seine Kenntnisse in Sachen KI vertiefen will, der hat im Rahmen der KI-Challenge von medienkompetenzCONNECT die Gelegenheit dazu. Der Kurs verbindet Selbstlernelemente mit spannenden Online-Seminaren und behandelt alle Aspekte rund um das Thema KI. Hier geht es zur Challenge: ki.medienkompetenz-connect.de

Begegnung und Teilhabe
Am Samstag wurde Kreativität dann so richtig greifbar. Mit kleinen 3D-gedruckten Erinnerungsstücken konnte man sein eigenes, individuelles Katholikentagsandenken gestalten und mit nach Hause nehmen. Dieses Angebot wurde selbstverständlich rege genutzt.
Besonders wertvoll waren vor allem die vielen spontanen Begegnungen am Stand. Zahlreiche Fachkräfte aus Schule, Jugendarbeit, Pastoral und Erwachsenenbildung informierten sich über die Angebote der Medienzentralen und des kfw. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Medienkompetenz mitten hineingehört, in Fragen von Demokratiebildung, gesellschaftlicher Teilhabe und religiöser Kommunikation. Wer Menschen schult, Medien kritisch zu verstehen und kreativ zu gestalten, stärkt auch ihre Fähigkeit zur Orientierung in immer komplexer werdenden Öffentlichkeiten.
Medienkompetenz als Teil des kirchlichen Lebens
Medienbildung ist nicht vom gesellschaftlichen und damit auch nicht vom kirchlichen Leben zu trennen. Sie ist ein kirchlicher Auftrag, um einen reflektierten und menschendienlichen Umgang mit Medien zu ermöglichen. Sie ist aber auch für Kirche selbst nutzbar, um die Menschen dort zu erreichen, wo sie gerade stehen. Wer Menschen darin stärkt, Medien zu verstehen, zu hinterfragen und kreativ zu nutzen, leistet auch einen Beitrag zur Mündigkeit im Glauben und zur Teilhabe am öffentlichen Diskurs. Medienbildung wird zum verbindenden Element, zwischen Generationen, zwischen Glaube und Gegenwartskultur, zwischen Fachlichkeit und spielerischer Neugier.
